Mittwoch, 16. Januar 2019

„Der Krippenweg der Einzigartigen“

in der Kirche Herz Mariae

Irritation und Erstaunen löste die Krippe in Herz Mariae bei den Gottesdienstbesuchern in der Weihnachtszeit aus. Im Zentrum standen zwar auch hier das Kind Jesus, Maria und Josef; aber die Gestalten, die sich auf dem Weg zur Krippe befanden, konnten unterschiedlicher nicht sein.

Da war einmal der Krippenweg, den die Kinder der Kindertagesstätte Herz Mariae im Advent täglich weiterentwickelt hatten: Hirten mit ihren Tieren, Erwachsene und Kinder - von Kerzenlicht geleitet - nähern sich dem Stall, der hier aus aufgeklappten Pappkartons gebaut ist.

Den zweiten Krippenweg bevölkerte ein illustres Völkchen: Boxer, Räuber, Fledermaus, Katze, ein Spion des Königs, Clown, Engel, Teufel, Sterntaler, Vogel und der Einbeinige. In unterschiedlicher Absicht hatten sie sich am Heiligen Abend auf den Weg gemacht und taten in der Christmette diese Absichten lautstark kund, was manches Lächeln aber auch Verwirrung bei den Gottesdienstbesuchern entstehen ließ.

Entstanden waren diese Wesen in der Vorbereitungsaktion der Sternsinger von Herz Mariae und St. Hildegard. Im Mittelpunkt der weltweiten Sternsinger-Aktion 2019 stand nämlich eine Einrichtung in Peru, in der behinderte und nicht behinderte Menschen zusammenarbeiten und sich gegenseitig respektieren und fördern – je nach ihren Fähigkeiten. Der Leiter dieser Einrichtung erklärte in einem Filmbeitrag: „Bei uns gibt es keine Unterschiede. Bei uns gibt es ‚nur Einzigartige’“. Das war das Stichwort zur Gestaltung des Krippenweges der Einzigartigen.

In seiner Predigt an Heilig Abend ging Kaplan Höcky auf diese Besonderheit ein. Jeder Mensch sei vor Gott einzigartig und werde von ihm angenommen, wie er ist. Ebenso sei es einzigartig, dass Gott Mensch geworden ist. In die leeren Kartons, so deutete er, könne jeder Mensch seine Freuden, Wünsche und Sorgen hinein legen, und er könne gewiss sein, Gott nehme sie wahr und nehme sie an.

So waren die beiden Krippenwege ein gutes Zeichen „für alle Einzigartigen“ auf dem Weg zu Gott.

Text und Foto: J. Becher