Freitag, 23. Dezember 2016

Sternsingervorbereitungstag am 3. Dezember

Seit über 20 Jahren lernen die Sternsinger der Gemeinden St. Hildegard und Herz Mariae an einem Tag in der Adventszeit, wofür sie am Wochenende „Drei König“ bei Wind, Sonne, Schnee oder Regen tapfer die vielen Kilometer unter ihre kleinen Füße nehmen. Schlaue Köpfe haben hochgerechnet: drei Mal laufen die Kinder in Deutschland bei der Aktion um den Äquator. Deshalb werden sie auch respektvoll „Weltengeher“ genannt.

Das Motto für dieses Jahr lautet „Gemeinsam für Gottes Schöpfung in Kenia und weltweit“. Als Beispielland für die, von der dortigen Bevölkerung nicht verursachten Klimaveränderung, wurde die Turkana, ein Steppen- und Wüstengebiet, von der Missionszentrale in Aachen ausgewählt. Ausbleibender Regen trocknet die Weiden nahezu gänzlich aus. Im großen Turkanasee verdunstet mehr Wasser als ihm zufließt, er versalzt. Die Fischbestände gehen ständig zurück. Um die verbleibenden Ressourcen entstand ein Streit zwischen den Nomadenstämmen. Ein Film von Willi Weitzel brachte den Kindern das Leben in der Turkana eindrucksvoll nahe. In spannenden Workshops wurde das Gesehene vertieft.

Die erste Gruppe stellte zum Thema Upcycling mit Dosen und Wollfäden dekorative Stiftebecher her. In der zweiten Gruppe wurden Schlafstätten der Turkana-Kinder nachgebaut, die in die Krippe der Kirche Herz Mariae integriert werden. Die Gruppe der Grundschüler zeigte sich im Gespräch tief beeindruckt von den Leistungen der Kinder, besonders der Mädchen. Sechs Liter Wasser stehen jeder Person dort zum täglichen Verbrauch zur Verfügung, bei uns sind es 130 Liter. Das Wasser muss bei bis zu 62 Grad Hitze von den Mädchen oft kilometerweit auf dem Kopf herbeigetragen werden, manchmal zwei- bis dreimal pro Tag.
Unsere Kinder stöhnten, als sie 10-Liter-Kanister einige Meter weit tragen „durften“.

Ein belustigendes Bild bot sich nach dem Mittagessen, als viele der Kinder mit kleinen Stäbchen die Zähne putzten, so wie sie es bei den Kindern im Film gesehen hatten. Müde, aber klüger und auch glücklicher, kehrten die zukünftigen Sternsinger nach dem Abschlusssingen am Nachmittag in ihre Familien zurück.