Frei halten

Wir sind Kinder unserer Eltern, Sie sind Eltern Ihrer Kinder, das ist „meine“ Frau, „mein“ Mann, und wenn meine Mutter mich als Kind fremden Leuten vorgestellt hat, dann fast immer mit dem Satz: „Das ist unser Daniel“ – natürlich mit einer gehörigen Portion Stolz in der Stimme (meistens jedenfalls). Wir sind Arbeitnehmer unserer Arbeitgeber und sollten das tun, was unsere Dienstherren von uns wollen, wir hängen Vereinen und Parteien an, und nicht wenige vermachen einen beträchtlichen Teil ihrer Lebenszeit ihrem Hobby. Aber eigentlich würde ich viel lieber mir selber gehören – und nicht meinen Eltern, meinem Chef oder meiner Kirche. Der einzige, dem ich mich abtreten würde, wäre Gott. Da bin ich, glaube ich, gut aufgehoben. Ich halte mich an den heiligen Augustinus, der schreibt: „Gott ist mir innerlicher als ich mir selbst, aber so diskret, dass er mein Ich und meine Freiheit nicht verdrängt, sondern achtet“. Damit wäre ich voll einverstanden!

Segen

Es segne dich,
die Menschen, die du im Herzen trägst
und die Wege, die du gehst
Gott, der dich ganz diskret bewohnt:
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.