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Die schon wieder

Ach, die schon wieder! Das Wochenende ist um, ich laufe durch die Stadt und sehe die altbekannten Gesichter: Die gemütlichen Männer aus Italien vor der alten Kirche, denen ich so gerne heimlich zuhöre, weil ich mich dann irgendwie wie im Urlaub fühle. Die Tussi mit dem Ring durch die Nase, die wohl zum Inventar des Dönerladens gehört, so oft wie die da rumhängt. Die beiden älteren Damen mit den Zottelhaaren, die ganz bestimmt ziemlich alternativ drauf sind. Und die total nette Bäckersfrau in meiner Lieblingsbäckerei, die mich jedes Mal fragt, ob ich das Brot am Stück oder geschnitten haben will. Alles in allem: Nichts Neues unter der Sonne. Und mittendrin kommt mir die Idee, dass Gott unser Leben eigentlich auch ziemlich langweilig finden könnte, weil er schon so immens viele gesehen hat. Der könnte sich ja denken: große Schicksale, große Freundschaften, kleine Wunder, Lebens- und Liebesgeschichten… gääähn! Aber nee, so isser nicht. Der sieht uns irgendwie mit anderen Augen und erkennt in jeder und jedem von uns das Einzigartige, das Liebenswerte, das Besondere – sogar, wenn wir es selbst gerade nicht bemerken. Gott läuft quasi auch durch die Stadt und sieht uns da rumstehen, -sitzen und -gehen und findet uns alle absolut liebenswert und denkt sich Gott sei Dank nicht „Ach, die schon wieder!“

Segen

Es segne dich,
die Menschen, die du im Herzen trägst
und die Wege, die du gehst
Gott, für den du was ganz Besonderes bist:
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

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